Der Grund warum es nie zu wenig Lithium für Elektroautos geben wird

Gegner der Elektromobilität bringen meistens zwei Argumente hervor, die bei näherer Betrachtung deutlich entkräftet werden können. Eines dieser Argumente ist die Produktion der Autoakkus. Es soll nicht genug Rohstoffe zur Verfügung haben um für alle Autos einen Akku zu bauen und am Schluss würden diese Akkus als problematische Abfälle auf einer Deponie landen. Ich will mit diesem Beitrag aufzeigen warum das Argument nicht zieht und welche Bestrebungen zu dieser Thematik gemacht werden.

Grundsätzlich sollte man sich den Hauptunterschied zwischen fossilen Brennstoffen und Akkus in Erinnerung rufen. Fossile Brennstoffe werden, nachdem sie gefördert und raffiniert wurden, in den Motoren verbrannt. Akkus beinhalten nach Ihrer Lebensspanne noch dieselben Rohstoffe wie bei Ihrer Produktion. Einfach gesagt: wenn der Akku beispielsweise neu 400 kg wiegt, dann ist er auch noch am Ende seiner Lebensspanne 400 kg schwer. Die Materialien in den alten Akkus können – und müssen – recycled werden um als neue Rohstoffe den Kreis in der Lieferkette schliessen.

Gemäss einer Studie der Weltbank gibt es genug Lithium-Vorkommen für den Wechsel zur Elektromobilität aber nur – und das ist wichtig – nur wenn 80% des Lithium-Gehalts aus alten Akkus recycled wird. Zudem kommen wohl auch die Gesetze des freien Marktes zum Zug wo bei steigender Nachfrage auch das Angebot steigen wird. Natürlich beinhalten Autoakkus noch weitere Rohstoffen. Das Prinzip ist grundsätzlich auch auf diese anwendbar. Ich gehe in einem zukünftigen Artikel auf die Rohstoffe Nickel und Kobalt ein.

Damit die Wiederverwertung der Akkus möglichst vollständig und effizient gemacht werden kann braucht es ein wirtschaftliches Interesse. Aber es braucht auch genug Ausgangsmaterial, sprich alte Autoakkus. Bei einer durchschnittlichen Lebensdauer von rund 10 Jahren für ein Auto gibt es eine grosse Lücke. Der Zeitpunkt bei dem das Problem gelöst werden muss ist somit rund 10 Jahre in der Zukunft. Elektroautos werden erst seit ein paar Jahren in einem Volumen verkauft, das eine darauf spezialisierte Recyclingindustrie rechtfertigt.

Es ist von den Elektroauto-Gegner eine berechtigte Kritik und es ist auch nicht verwerflich jetzt schon die Alarmglocken zu Läuten. Sie haben nämlich in dem Sinne recht, dass heute das Problem noch nicht zufriedenstellend gelöst ist. Die Massenproduktion der Elektroautos bei den grossen Automobilherstellern läuft aber auch erst gerade an. Der Startschuss ist also gefallen. Schlaue Recycling-Unternehmer wissen, dass in 10 bis 20 Jahren damit ein lukratives Geschäft zu machen sein wird.

Der ehemalige Technik Chef und Mitgründer von Tesla, JB Straubel, hat bereits 2017 das Start Up Unternehmen Redwood Materials gegründet. Was es genau mit Redwood Materials auf sich hat ist Spekulation. Das Unternehmen ist noch nicht am Markt. Man munkelt jedoch, dass es hauptsächlich um das Recycling von ausgedienten Autoakkus geht. Die Website besteht aus nur einer Seite und fokussiert sich auf das Rekrutieren von Ingenieuren. Neben Straubel ist auch Andrew Stevenson, Teslas Mann für Spezial-Projekte, in Redwood Materials involviert. Der Firmensitz des Unternehmens ist in Nevada, im selben US Gliedstaat wo sich auch Teslas Gigafactory befindet. Gut möglich, dass uns der Name Redwood Materials in ein paar Jahren nochmal über den Weg läuft.

Idealerweise entsteht langfristig ein geschlossener Kreislauf für die Rohstoffe die zur Akku-Produktion benötigt werden. Etwas das für fossile Brennstoffe ausgeschlossen werden kann.