Polestar stellt Konzeptauto Precept vor

Eigentlich wollte die Performance Elektroauto-Marke Polestar ihr Konzeptauto Precept am Autosalon Genf 2020 vorstellen. Wie allen Autoherstellern hat die globale Pandemie einen dicken Strich durch diese Rechnung gemacht. Anstatt der Weltpremiere in Genf gab es einige Wochen später eine abgespeckte digitale Premiere des vielversprechenden Konzeptautos.

Polestar entwickelte sich von einem Performance-Upgrade von Volvo Cars zum eigenständigen Sub-Brand von Volvo. Fokussiert auf Design, Performance und Technologie hat die Marke gute Chancen das Strassenbild in Zukunft zu prägen. Volvo Cars gehört seit 2010 zum privaten chinesischen Autokonzern Geely. Von 1999 bis 2010 war Volvo eine Marke der Ford Motor Company.

Mit dem Konzeptauto Precept zeigt Polestar den Weg in die Zukunft für die ambitionierte Marke. Precept lässt sich mit „das Prinzip“ übersetzen. Polestar positioniert sich klar als progressive Performance Elektroauto Marke. Mit dem Precept sollen insbesondere Themen wie Nachhaltigkeit, Design und Technologie der neuen schwedischen Automarke hervorgehoben werden.

Bezüglich Nachhaltigkeit setzt der Polestar Precept im Innenraum auf viele recycelte Materialien. So sollen beispielsweise die Sitzpolster und Kopfstützen aus recylierten Weinkorken hergestellt werden, Teppiche aus Nylon von alten Fischernetzen und wo möglich sollen Naturfaser Verbundwerkstoffe der Schweizer Firma Bcomp aus Fribourg eingesetzt werden.

Polestar will durch eine intelligente Kombination dieser High-Tech-Materialien, eingesetzt am richtigen Ort, eine neuen luxuriösen Innenraum kreieren.

Das Design der Marke geht klar mit ihrem Anspruch eine Performance Elektroauto-Marke zu sein einher. Kräftige Linien kombiniert mit aerodynamischen Finessen zeigen, dass Elektroautos besser aussehen können als ihre Vorgänger. Die Zeit als Autohersteller potentielle Elektroauto-Käufer mit fragwürdigen und extrem exotischen „Designs“ eher abgeschreckt haben scheint endlich vorbei zu sein.

Anstatt des Kühlergrills gibt es dort eine „SmartZone“ welche Technologie für autonomes Fahren beinhaltet. So sollen neben Kameras auch je ein Radar für mittlere und lange Distanzen dort untergebracht werden.

Speziell ist der Verzicht auf eine Heckscheibe. Diese soll kurzerhand mit kamerabasierten, digitalen Rückspiegel ersetzt werden. Dadurch soll mehr Raum für die Passagiere auf der Rückbank geschaffen werden. Die hinteren Türen öffnen sich nach vorne. Generell scheint der zweiten Reihe viel Aufmerksam beim Design des Precept geschenkt worden zu sein. Man könnte spekulieren, dass der Polestar Mutterkonzern Geely damit den chinesischen Premium-Automarkt im Auge hat wo sich viele Autobesitzer chauffieren lassen.

Beim Infotainment setzt Polestar wie bisher stark auf Android Auto mit dem Google Assistent. Ein 38,1 cm Bildschirm soll Video Streamen ermöglichen, natürlich nur wenn das Auto geparkt ist. Ich kenne keine andere Automarke die beim Infotainment so stark auf Android setzt.

Ein zusätzlicher, etwa 23 cm grosser Bildschirm ist für den Fahrer bestimmt. Dank Eye-Tracking sollen Informationen wie die aktuelle Geschwindigkeit deutlich grösser angezeigt werden wenn der Fahrer auf die Strasse schaut. Man hat hier wohl das periphere Sehen im Visier. Wenn sich der Fahrer der Bildschirm fokussiert sollen die Informationen etwas kleiner und detaillierter erscheinen.

Polestar ist eine vielversprechende Elektroauto-Marke. Ich bin gespannt wie sich die Marke entwickelt und hoffe bald die ersten Polestar-Autos auf den hiesigen Strassen zu sehen. Bis dahin verfolge ich die Entwicklung der Marke nahe und Berichte regelmässig hier.

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